30. Festival 2020

Hauptprogramm

Sonntag, 08. November 2020 // 19.30 – 21.00 Uhr (Festivalabschluss)

Ab 14 Jahre

Schauspielhaus / Große Bühne

Einheitspreis 22,00 €


Compagnie Maguy Marin,
Lyon

FRANKREICH

»May B«   VIDEOAUSSCHNITT  

Tanzstück



Konzeption und Choreografie: Maguy Marin

Musik: Franz Schubert, Gilles de Binche, Gavin Bryars

Kostüme: Louise Marin

Lichtdesign: Alexandre Béneteaud

Tänzerinnen und Tänzer: Kais Chouibi, Chandra Grangean, Lazare Huet, Françoise Leick, Louise Mariotte, Lise Messina, Cathy Polo, Rolando Rocha, Ennio Sammarco, Marcelo Sepulveda



»May B« – eine Legende, ein Ereignis. Das Stück wurde bereits 1981 uraufgeführt und ist das meistgespielte Tanzstück Frankreichs. Ein absoluter Klassiker der Moderne, der bis heute in aller Welt gezeigt wird. »May B« hat mit bisher 772 Aufführungen in 48 Ländern Tanzgeschichte geschrieben. Das Stück begründete den Weltruhm von Maguy Marin, der Grande Dame des zeitgenössischen Tanzes in Frankreich. Die euro-scene Leipzig hat »May B« 1999 schon einmal gezeigt, damals in Kopplung mit dem Quintett »Quoi qu’il en soit« (»Wie dem auch sei«, uraufgeführt 1999).

Das Warten – niemand hat es so gut auf die Bühne gebracht wie der irische Schriftsteller Samuel Beckett (1906-89), der vor allem durch sein Stück »En attendant Godot« (»Warten auf Godot«, Paris 1953) bekannt ist. Maguy Marin übersetzt den Existenzialismus von Beckett in Bewegung, das Warten in der Leere, das Zögern und Hoffen, den kurzen, meist vergeblichen Trost der Gemeinschaft. Eine Gruppe einsamer Seelen, ein kauziges Panoptikum staubiger Greise und Clochards schlurft grunzend ins Nirgendwo, ständig in der Hoffnung auf ein Ziel der endlosen Wanderschaft. Bei aller Absurdität ihrer Existenz liegt eine schwerelose Heiterkeit über den archetypischen Figuren.

Maguy Marin wurde 1951 in Toulouse geboren. Sie erhielt ihre Ausbildung ab 1970 auf der Mudra-Schule von Maurice Béjart in Brüssel und war Tänzerin in dessen weltberühmtem »Ballet du XXe siècle«. 1981 gründete sie in Frankreich ihre eigene Compagnie und leitete die Centres chorégraphiques nationals ab 1985 in Créteil bei Paris und ab 1998 in Rillieux-la-Pape bei Lyon. Seit 2015 arbeitet sie im Kunstzentrum RAMDAM in Sainte-Foy-lès-Lyon. Sie schuf seit 1976 rund 50 Werke. 2016 erhielt sie bei der Tanzbiennale in Venedig den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk.


Uraufführung: 04.11.1981, Théâtre municipal d’Angers

www.ramdamcda.org

Produktion: Compagnie Maguy Marin, Maison des Arts et de la Culture de Créteil

Das Gastspiel in Leipzig erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch die Sparkasse Leipzig, Institut français, Berlin & Französisches Ministerium für Kultur – DGCA, Paris, und Stadt Leipzig – Referat Internationale Zusammenarbeit.