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Tanz

Sweet Rodeo

Manuel Roque (Montréal)

Uraufführung | Fokus Québec | Ohne gesprochene Sprache | keine Altersbeschränkung

Foto: David-Emmanuel Jauniaux
Zwei Männer, einer davon Manuel Roque, tanzen miteinander

Nach dem Erfolg von BANG BANG und LE VENT SE LÈVE im vergangenen Jahr schlägt Manuel Roque mit einer Uraufführung ein neues Leipziger Kapitel auf. In diesem Pas de deux dreht sich alles um den Kontakt mit einem anderen Menschen, um Vertrauen und Distanz, um Nähe und das Entstehen einer Beziehung. Ein sehr intimes Stück also, in dem Manuel Roque und Nils Levazeux miteinander, aufeinander zu und voneinander weg pendeln. Wie ein tanzendes Möbiusband oder die komplementären Hälften von Yin und Yang schwingen und rotieren sie, während sich ihre Konstellation und ihr Blick auf das Gegenüber ­unmerklich verändern. So tanzen sie Aufregung, Harmonie, Enthusiasmus und Reife als Stationen ihres Miteinanders. Während sie einander wie zwei Atome oder Planeten umkreisen, loten sie die Grenzen eines Gleichgewichts aus, das erst aus ihrer Präsenz Gestalt annimmt.Da wird jenseits von Gravitation und Schwerelosigkeit eine neue Form von Ewigkeit und Losgelöstheit erfahrbar, während das Paar seinen Flirt mit der Trance beginnt – präzise wie ein Uhrwerk und doch in jedem Augenblick vibrierend lebendig. Gleichzeitig hinterfragt SWEET RODEO als Ode an das Andere und die Anderen, wie wir instinktiv auf eine Begegnung reagieren: Öffnen wir uns oder schützen wir uns? Diese Metapher zeitloser, gemeinsam erlebter Schwingungen ist ein poetischer Aufruf zum Zuhören und zur Großzügigkeit.

Biografie Manuel Roque

Manuel Roque wurde zunächst in Theater und Musik und anschließend an der École nationale de cirque de Montréal im Zirkus ausgebildet. Schon bald interessierte er sich für den zeitgenössischen Tanz, in dem er einen enormen Raum für die Erforschung und kreative Entfaltung des Körpers in Bewegung entdeckte. Er tanzte für zahlreiche Choreograf:innen in Québec, darunter Paul-André Fortier, Sylvain Émard, Marie Chouinard und Daniel Léveillé.

2013 gründete er die Compagnie Manuel Roque. 2015 entstand DATA, das beim Festival TransAmériques (FTA) gezeigt wurde. Das Stück untersucht die Veränderung von Materie mit einer choreografischen Sprache, die fließende Bewegung und körperliche Ausdauer miteinander verbindet. 2017 folgte BANG BANG, ein athletisches Solo über den Begriff der Leistung. Die Präsentation beim FTA in Montréal, das zugleich Koproduzent war, verhalf dem Stück zu internationaler Aufmerksamkeit. Anschließend schloss sich Roque DLD an, das seither als ausführender Produzent fungiert und ihn bei der internationalen Entwicklung und Verbreitung seiner Arbeiten unterstützt.

SIERRANEVADA entstand im Anschluss an einen sechsmonatigen Aufenthalt im Studio du Québec in Paris an der Cité internationale des arts; die weitere Entwicklung des Stücks wurde jedoch durch die Pandemie gebremst. Ab 2022 setzte eine neue kreative Phase ein, aus der zwei weitere Arbeiten hervorgingen. Gemeinsam mit Nils Levazeux entwickelte Roque zunächst eine Neufassung von BANG BANG für zwei Tänzer. Es folgte LE VENT SE LÈVE, ein Solo zum Klang des Windes, das 2024 am Théâtre La Chapelle in Montréal gezeigt wurde und sich mit der Suche nach Orientierung und Gleichgewicht in einem chaotischen Umfeld beschäftigt.

SWEET RODEO, eine neue Duettkreation mit Nils Levazeux über die Verbindung zum Gegenüber, eröffnet im Herbst 2026 die euro-scene Leipzig.

Manuel Roques künstlerische Handschrift verbindet kinästhetische Virtuosität mit einer vielgestaltigen Auseinandersetzung mit der conditio humana der Gegenwart. Sein Interesse am bewegten Körper zeigt sich in Begriffen wie Integrität, Neugier, Aufmerksamkeit, Zugewandtheit gegenüber anderen und sich selbst sowie in einer großen Bereitschaft zum körperlichen Einsatz. Seine Arbeiten suchen nach einem eigenständigen Dialog zwischen Athletischem und Somatischem, Politischem und Poetischem.

Credits

Choreografie Manuel Roque Tanz Nils Levazeux, Manuel Roque Zweite Besetzung Marine Rixhon Kostüme + Raum Marilène Bastien Lichtdesign Hugo Dalphond Musik Manuel Roque  Sound Jean Gaudreau Künstlerische Beratung + Dramaturgie Sophie Michaud, Lucie Vigneault Tourmanagement + Produktionsentwicklung Marie-Andrée Gougeon (DLD), Marta Oliveres  Gastspielförderung Conseil des arts et des lettres du Québec (CALQ), Vertretung der Regierung von Québec in Berlin Kreation euro-scene Leipzig, 3. November 2026 

Produktion Compagnie Manuel Roque Koproduktion euro-scene Leipzig, Festival TransAmériques (FTA) Förderung Conseil des arts et des lettres du Québec (CALQ), Conseil des arts de Montréal (CAM), Conseil des arts du Canada (CAC) Unterstützung Residenz bei Circuit-Est centre chorégraphique gefördert von La danse sur les routes du Québec und Conseil des arts de Montréal

https://www.ciemanuelroque.com

Sweet Rodeo (Fotos: David-Emmanuel Jauniaux)

Gastspielförderung

Vertretung der Regierung von Québec in Berlin

Hauptförderer

Die euro-scene Leipzig wird institutionell gefördert von der Stadt Leipzig, Kulturamt und durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.