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Theater

The long shadow of Alois Brunner

Uraufführung | Koproduktion der euro-scene Leipzig

Zwei Schauspieler kommen zu einer Probe mit Textfragmenten, historischen Dokumenten und persönlichen Erinnerungen. Sie rätseln, worum es in ihrer Geschichte geht. Wo ist das Stück? Welche Rollen sollen sie spielen? Die Dokumente befassen sich mit der wahren und schockierenden Geschichte des Nazi-Verbrechers Alois Brunner. Er konnte unbehelligt in derjungen BRD abtauchen, bevor er sich 1954 nach Damaskus absetzte und, vom dortigen Regime geschützt, am Aufbau des brutalen Geheimdienstes beteiligt war. Außerdem finden die beiden Schauspieler unvollendete Szenen ihres syrischen Freundes und Dramatikers Mudar Alhaggi, in
denen er sich vorstellt, Brunner als jungen Mann in Damaskus zu treffen. Und Mudar schreibt darüber, wie er mit seinem derzeitigen Exil in Berlin zurechtkommt. Warum ist Mudar aber verschwunden? Warum hat er das Stück nicht zu Ende geschrieben?

Teils Archivrecherche, teils detektivische Untersuchung, teils Reenactment, enthüllen die beiden Schauspieler zerbrechliche und zutiefst bewegende Erlebnisse, in denen traumatische Lebensverläufe in Endlosschleifen von Ängsten, Lügen und der Hoffnung auf ein Ende gefangen sind. In THE LONG SHADOW OF ALOIS BRUNNER (Der lange Schatten des Alois Brunner) geht es um Fragen der Gerechtigkeit, des Untertauchens, der Fluchterfahrung und des Theaters als Akt der Enthüllung – vor dem Hintergrund von zwei bedeutenden Konflikten des 20. und 21. Jahrhunderts.

Collective Ma’louba (arabisch für „auf den Kopf gestellt“) wurde auf Initiative des Theater an der Ruhr 2016 von syrischen Theatermacher:innen gegründet, um Künstler:innen aus Syrien professionelle Arbeitsbedingungen in Deutschland zu ermöglichen. Mit ihren Theaterarbeiten hinterfragen sie die politische und soziale Verfasstheit der arabischen und europäischen Welt angesichts der jüngsten gesellschaftlichen Veränderungen.

www.theater-an-der-ruhr.de/de/programm/reihen_projekte/804-collective-ma-louba

Sa, 11. November:
Nachgespräch, moderiert von Eckhard Thiemann
So, 12. November: Diskursprogramm NO WOMEN, NO PEACE zum Thema Friedensverhandlungen in der naTo

Credits

Text Mudar Alhaggi Regie Omar Elerian Mit Wael Kadour, Mohamad Allrashi Dramaturgie Wael Kadour, Erik Altorfer Bühne + Video + Licht Jonas Vogt Produktion Wael Kadour, Eckhard Thiemann Übersetzung + Übertitelung Sandra Hetzl, Hassan Abdulrazzak

Gastspielförderung Goethe-Institut

Foto Mike Wells / INQ Design

Hauptförderer

Die euro-scene Leipzig wird institutionell gefördert von der Stadt Leipzig, Kulturamt und durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Säschsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.